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Kleine Anfrage der Abgeordneten Marieluise Beck Bündnis 90/Die Grünen (Bremen)
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NRW-Landesversicherungen für das Ehrenamt


16.01.2007
Infos Reisen und Hilfslieferungen
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Lüneburger humanitäre Paketaktion mit der Stiftung „Den Kindern von Tschernobyl“ Minsk, Belarus PDF Drucken E-Mail
Projekte
Dienstag, den 08. Juni 2010 um 12:44 Uhr

Lüneburger humanitäre Paketaktion mit der Stiftung „Den Kindern von Tschernobyl“ Minsk Belarus
Die Erzählung über den Verlauf der Lebensmittelpakete-Aktion

Nach unserer langjährigen Erfahrung in der Durchführung solcher Aktionen lernten wir im Voraus das Angebot und die Preise der Märkten und Supermärkten kennen, mit dem Ziel, die preiswertigsten Varianten bei der Einkauf zu finden. Bei solchen Mengen des Eingekauften kann man in einigen Fällen bestimmte Ermäßigungen verhandeln. Man muß nur aktiv danach suchen. In diesem Sinne haben auch einen Erfolg erreicht. Der Preis dafür war aber den entfernten Sitz des Marktes – außerhalb der Stadt. Da der Bus uns zur Verfügung stand, betrachteten wir etwas verlängerte Fahrt bis zum Markt als keinen bemerkenswerten Nachteil.

Ein „sibirischer“ Frost bis 25 Grad Minus änderte ein bisschen unsere Zeitpläne und verschob die Durchführung der ganzen Aktion um ein paar Tage. Nach der Milderung der Kälte streikte unser Bus nicht und wir waren auch bereit das gut Angefangene fortzusetzen. Wir stellten 100 Pakete im nicht geheizten Garage unseres Busses zusammen, erwärmten uns von Zeit zu Zeit mit heißer Tasse Tee, mit Scherzen und Lachen. Die schnelle Arbeit ließ auch nicht zu frieren. So mit Freude gepackt und mit Scherzen gewürzt wurden die großen karierten Taschen in den Bus geladet und die ganze lange Winternacht warteten sie auf ihren großten Tag: Tag der Schenkung den Kindern, den bedürftigen Familien, einfach den fernen Freunden.

Jetzt fängt ein zweiter Teil unserer spannenden Geschichte an: also jetzt kommt die Reise selbst, die Reise zu den Adressanten gewünschter Geschenke. Als Saint Nicolaus, schwer beladen machten wir uns auf den Weg ins kleinen praktisch an der belarussisch-ukrainischen Grenze liegenden Dorf Werchnije Zhary mit den Haltepunkten in Gomel, Hojniki, Bragin, Komarin.

Mit guter Laune und beim klaren Sonnenaufgang fuhren wir aus Minsk ab, die erste Station – Gomel traf uns aber mit grauem Himmel und trübseligem Wetter. Die frohen Gesichter wartender auf uns Menschen hebten uns wieder der Stimmung auf. Ihre Freude, die aufrichtigen Worte der Dankbarkeit den deutschen Freunden und allen an dieser Aktion Beteiligten rührten auch unsere Herzen.

So wieder erfreut und berührt fuhren wir weiter nach Hojniki – eine von der Radioaktivität sehr stark betroffene Stadt. Eine Teilnehmerin unserer kleinen Expedition mit schönem slawischem Namen Mascha nahm daran zum ersten Mal teil und war von den Bildern der Umgebung begeistert. Was uns nur die monotonen und farbenlosen Felder, die nackten grauen Bäume schien, war für sie die Landschafte ihrer Heimatgegend. Sie wurde etwas westlicher gebohren und aufgewachsen. Dieses östliche Territorium von Belarus heißt „Palesse“. Früher war „Palesse“ ganz mit den Sümpfen überdeckt. Wegen der schlechten Verbindung mit den Nachbarngebieten galt es als Land im Land. Ein berühmter belarussischer Klassiker Iwan Melesh beschrieb geheimnissvolles „Palesse“, seine Einwohner, ihre Sitten und Bräuche in mehreren seinen Werken. Totale unüberlegte Landmelioration zerstörte stark die urwüchsige Landschaft und beeinflußte negativ die Natur, so dass heute das Programm der Demelioration des Landes entwickelt wird.

Unterwegs begegneten wir unsere alte Bekannte – die „Königin“-Kiefer, blieben für ein paar Minuten bei ihr stehen, begrüßten sie und bewunderten und kurz danach fuhren in Hojniki ein. Vor dem Haus von Ljuba Dubikowskaja war der Schnee sorgfältig aufgeräumt, damit der Bus parken konnte und die Taschen mit Geschenken für die hiesigen Empfänger ausgeladen worden. Die gastfreundliche Wirtin Ljuba wollte unbedingt uns Tee anbieten, aber der kurzen Wintertag forderte uns zu eilen. Wir nahmen Abschied und machten uns auf den Weg zum weiteren Ziel – dem Ort Bragin.

An der Haltstelle am Stadtrande nahmen wir die auf den Linienbus wartenden jungen Leuten mit, um die Reise interessanter zu machen und ein bisschen mehr über die vorbeilaufende Gegend zu erfahren. Unsere unerwartete Fahrtgefährte waren die Schüler der Fachschule, sie wußten leider nur wenig aus der Geschichte des Heimatortes. Wir wollten aber unbedingt, den Herkunf des Stadtnamens „Bragin“ zu erfahren, was wir dann später doch aus dem Lexikon rauskriegten. Die Wurzel dieses Namens versteckten sich im Wort „Braga“ (der Rohstoff für die selbstgebrannte Wodka), aber negative Bedeutung des Wortes beeinflußte auf keinen Fall unser positives Wahrnehmen der sauberen und hellen Siedlung. Die Menschen, die ihre Geschenke wie auch immer mit Dankworten und frohen Lächeln auf den Gesichtern bekammen, trugen auch wesentlich zum angenehmen Eindruck bei.

Die weiteren mitgebrachten Mitreisenden nach Komarin waren etwas beschwipst, deswegen erzählten sie viel und gerne über ihren Wohnort. – In Komarin wohne etwa 2000 Einwohner, es gebe hier keine Arbeit, die Jugendlichen möchten hier nicht bleiben. Es wären hier früher überall die Sümpfe mit ganzen Mückenwolken, davon stammte der Name der Siedlung. „Komar“ heißt die Mücke. – Heutzutage liefen aber den Weg entlang die Felder, die einsamen Reihen von Birken und keine Sümpfe mehr … Ein deprimierendes Bild.

Die Stimmung wechselte sich aber wieder schnell, kaum begrüßten wir die große auf uns wartende Menge der Kinder und Erwachsenen vor der Komariner Schule. Mehrere freuten sich auf ihre tolle Weihnachtsgeschenke, einige hatten aber ein anderes Ziel: mit unserem schönen und großen Bus ihr Wohndorf Werchnie Shary zu erreichen. Und solange aufgeregte Walentina Schulga den Prozess der Geschenkenübergabe leitete, knüpften die Jungs freundschaftliche Kontakte mit den Busfahrern, um das gewünschte Ziel zu realisieren.

Die Zeit bis Werchnie Shary verlief unbemerkbar, weil Walentina und die jungen Passagiere die Geschichte ihrer Heimat mit Begeisterung erzählten. Es ist erstaunlich, dass die geographische Nähe zu der Ukraine die Sprache der Stammbevölkerung nicht beeinflußte. Die Dorfeinwohner sprachen Belarussisch praktisch ohne ukrainische Aussprache und Entlehnungen.

In Werchnie Shary überlebten wir wieder ein freudiges Treffen. Je drei – vier Personen von jeder Familie kamen dem Bus entgegen, mit Schlitten und Fahrrädern, mit Hunden und Pferden. Jeder unser Besuch ist ein wichtiges Ereignis für die Einwohner des kleinen Dorfes am Rande des Landes und der Welt. Dank gemeinsamen Bemühungen der eingesammelten Menschen wurde der Schnee auch hier aufgeräumt, so dass der Bus gerade sich umzudrehen schaffte. Dann genossen wir wieder die warmen und aufrichtigen Worten der Dankbarkeit. Praktisch jeder kam auf uns zu, um ein paar liebe Worte auszusagen, etwas für ihn wichtiges zu erzählen, auch über uns und unsere Arbeit, über die deutschen Freunden zu fragen. Einige von diesen Danksagungen werden noch lange in Erinnerung bleiben. Eine alte Frau hat mit Tränen in den Augen gesagt: „Danke allen uns helfenden Menschen, wir hatten so sehnsüchtig auf diese Geschenke gewartet. Aus solcher Ferne haben sie uns jetzt richtige Weihnachten ermöglicht. Danke!“ Es ist uns sehr wichtig, dass Ihr, unsere liebe Freunde und großzügige Spender, bekannte und unbekannte Menschen, diese aufrichtige Dankbarkeit aus kleinstem belarussischem Dörfschen spüren könnten.

Als alle Taschen übergegeben wurden, bekammen wir die übliche Einladung zum kurzen feierlichen Abendessen, die wir gerne entgegennahmen. Leckere Pfannkuchen, Fischsuppe – der gedeckte Tisch mit vielfältigen Gerichten lockte an. Das Gespräch am Tisch führte man natürlich über die Freunden – fernen Freunden aus Deutschland –, die im Laufe von vielen Jahren immer wieder Kraft und Mut, Zeit und Lust finden, solche wichtige Unterstützung und Hilfe den Menschen hier zu leisten. Man hat gefühlt, dass die Verhältnisse zwischen den Menschen aus verschiedenen Ländern nah und vertrauensvoll sind. Und dieses Vertrauen schon bedeutet sehr viel.

Der Rückweg schenkte uns das Treffen mit dem Wildschwein, das sich plötzlich am Randstreifen zeigte. Die seltenen Autos, einsame Lichter der fernen Häuschen, die Stille, äußere Befriedung … Aber die Worte des belarussischen Schriftstellers entstehen wieder in der Erinnung: „Vom Gott vergessenes, von Leuten verlassenes Land, Menschen, was wartet auf uns in der Zukunft?“

Nach Minsk sind wir spät in der Nacht zurückgekehrt. Die Stadt hat noch nicht geschlafen. Minsk ist eine große Stadt, es schläft nie …

Uschi Steuernagel

Liste der Lebensmittel und sonstigen Gegenständen der Pakete:

3x 450g Nudeln
2x 420g Büchsen Grüne Erbsen
450g Kekse mit Schokolade in der „Neujahrstruhe“ 
500g Kekse
2x 420g Mais
3l Pflanzöl
2kg Mehl
400g Kakao
3x 120g Schokolade
2kg Reis
2kg Buchweizen
3x 340g Fischkorserven
Multivitamine
200g Kaffee
200g Tee, schwarz und 300g Tee, löslich
2x Zahnpasta
1 St. Tragetasche

Der Bus der Stiftung „Den Kindern von Tschernobyl“ Minsk Belarus und der Bundesarbeitsgemeinschaft “Den Kindern von Tschernobyl“ Münster Deutschland transportieren einmal nicht Kinder zu ihren Erholungsaufenthalten nach Deutschland.

Mitarbeiterin der Stiftung „Den Kindern von Tschenobyl“ Minsk Olga Daschkewitz (rechts) begleitete die Auslieferung der Lüneburger Paketaktion.

Luba D. mit den abholbereiten Taschen für die Behindertenfamilien in Chojniki.

Die Lebensmitteltaschen in Wechnie Zhary werden abgeholt.

 
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