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20.10.2012


Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V.
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21.09.2010
Verstrahlte Pfifferlinge im Handel entdeckt
Pfifferlinge aus Osteuropa sind manchmal strahlenbelastet.
Verstrahlte Pfifferlinge im Handel entdeckt
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29.03.2009
Der Reaktor lebt und tötet weiter

London (dpa) Auch mehr als 20 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl dezimiert die radioaktive Strahlung die Zahl der Insekten in der Region. Das hat eine Zählung bei Hummeln, Schmetterlingen, Libellen und Grashüpfern gezeigt.


17.02.2009
Lost Paradise
Ein neuer Film von Stefan Heinzel (89 Millimeter)


07.02.2009
IPPNW Presseinfo 06.02.2009
Atomlobby baut seit 20 Jahren Potemkische Dörfer


24.12.2008
Praxis der Visumsvergabe an der Deutschen Botschaft in Minsk, Belarus
Kleine Anfrage der Abgeordneten Marieluise Beck Bündnis 90/Die Grünen (Bremen)
PDF (2,4 MB)


10.04.2008
NRW-Landesversicherungen für das Ehrenamt


16.01.2007
Infos Reisen und Hilfslieferungen
Transit Polen nach Belarus.

Nachruf von Valentina Smolnikowa
Montag, den 10. Februar 2014 um 11:02 Uhr

Nachruf von Valentina Smolnikowa, Vorsitzende der wohltätigen gesellschaftlichen Vereinigung „Helfen wir den Kindern von Tschernobyl“ im Kreis Buda-Koschelöwa.

Wir trauen um unseren lieben Gennadij Gruschewoj und gedenken seiner in Dankbarkeit. Die wohltätige gesellschaftliche Vereinigung „Helfen wir den Kindern von Tschernobyl“ im Kreis Buda- Koschelöwa zählt 86 Freiwillige.  Die gesamte Organisation trauert mit all denen zusammen, die Gennadij Gruschewoj kannten.

Da ich viele Jahre mehr als alle anderen Buda-Kaschelöwer mit Gennadij arbeitete und kommunizierte, schreibe ich über ihn mein Wort des Gedenkens. 

Seine Lebensheldentat begann in der post-kommunistischen nach-Tschernobyl Periode in den Anfängen der belorussischen Wiedergeburt. In jener Zeit suchten aktiv viele hervorragende Patrioten von Belarus, Menschen von verschiedenen Berufen - Politiker, Wissenschaftler, Diplomaten, Journalisten, Ärzte, Kulturschaffende – nach den Wegen aus der entstandenen materiellen und geistigen Krise. Unter ihnen war auch der Universitätsprofessor Gennadij Gruschewoj.

Jetzt als er von uns fortgegangen ist, verstand ich plötzlich, dass all diese Jahre wir neben einem Propheten lebten und arbeiteten. Ausgerechnet durch ihn ist es uns gegeben worden, die tiefe ethische Dimension der stattgefundenen Atomkatastrophe zu begreifen. Nicht umsonst verliefen die Tschernobler Märsche, an deren Organisation Gennadij Gruschewoj aktiv teilnahm, und internationale Kongresse, die er initiierte und durchführte, mit Teilnahme der Geistlichen verschiedener Konfessionen. Diese Veranstaltungen wurden von dem „Gebet über die Rettung der Opfer der Atomkatastrophe in Tschernobyl“ begleitet, das Philaret einst verkündete.

Gennadij Gruschewoj ist gegeben worden zum ersten Mal in Belarus eine echte nicht staatliche gesellschaftliche Vereinigung die Stiftung „Den Kindern von Tschernobyl“ e. V. zu schaffen, die zum Sprachrohr der Betroffenen wurde. Die Stimme der Organisation - die Stiftung „Den Kindern von Tschernobyl“ e. V. - vernahm die ganze Welt. Eine leidenschaftliche Sorge um die Zukunft, um das Schicksal der Kinder von Belarus, Aufruf zur dringenden Hilfe und zur Rettung der Kinder fanden Widerhall in den Herzen der Menschen in verschiedenen Ländern. Von Kanada, über Amerika, Deutschland, Norwegen, Großbritannien, bis Indien und Japan fand er mit seiner Organisation Unterstützung, weil das Ziel kristall-klar und die vorgeschlagenen Methoden der Umsetzung äußerst ehrlich waren.

Wer hat es in Belarus noch geschafft, ohne administrative und staatliche Ressourcen heranzuziehen, im Laufe von Jahrzehnten Tausende von Projekten zu realisieren, die auf die Hilfe für die Betroffenen Regionen, für die Familien und Einrichtungen gerichtet waren? Wem noch ist es gelungen, den Kindern von Belarus die ganze Welt zu eröffnen und der Welt das Land Belarus? In jener Zeit gab es in unserem Kreis Buda-Koschelöwo des Gomeler Gebiets praktisch keine einzige Familie, die die Hilfe durch die Stiftung „Den Kindern von Tschernobyl“ e. V. in der einen oder anderen Form nicht bekommen hätte. Gennadij Gruschewoj hatte viele Nachfolger, aber eine Persönlichkeit, die ihm ebenbürtig wäre, ist bis heute nicht erschienen.

Er wurde geliebt und ihm wurde geholfen, er wurde beneidet, man hat ihn gestört, gehasst und verraten, diffamiert und man hat versucht ihn von der Gesellschaft zu isolieren. Aber die höheren 

Kräfte haben ihm durch gute Menschen geholfen fortzusetzen, den Weg zu markieren. Jetzt sind besonders deutlich die Figuren von denen zu sehen, die unermüdlich und konsequent Hindernisse und Schwierigkeiten bereiteten, auf dem Weg des Menschen und der von ihm angeführten Bewegung. Das Übel und das Gute gehen immer neben einander.

Nach seinem Beruf war Gennadij Gruschewoj ein Universitätspädagoge. Er ist zum Lehrer geworden für sehr viele, die ihn gehört haben und die mit ihm zusammen schritten, sei es Akademiemitglied, Student, Arzt, Arbeiter, Pastor, Militärangehöriger, ein Belarusse, ein Deutscher oder ein Italiener. Er lehrte alle die Liebe zum Nächsten und war selbst ein Vorbild dafür, wie man den Nächsten mehr als sich selbst lieben kann und soll. Er lehrte die Angst zu überwinden, die Sklaverei, die in uns Belarussen auf der genetischen Ebene veranlagt ist; er lehrte uns die Opferpsychologie zu überwinden und bewog uns zu Selbsthilfe und zur gegenseitigen Hilfe. Er war ein freier Mensch und rief alle auf, den Weg, der zu Freiheit führt, einzuschlagen. Das Instrument seiner Lehre war das Wort, das eine enorme schöpferische Kraft besaß. So wurde er zum Meister. Zusammen mit den Gleichgesinnten schuf er Zukunftswerkstätten und Jugendzentren, organisierte Jugendfestivals und Foren. In ihnen herrschte der Geist der kollektiven Kreativität, der Geist der Gleichheit und der Partnerschaft. Sie vereinigten und begeisterten die jungen Leute zu neuen gesellschaftsnützlichen Taten. Dort durch die Bemühungen der Jugendlichen materialisierten sich verschiedene fortschrittliche, ökologische und humanitäre Ideen.

Gennadij Gruschewoj war ein vielseitig gebildeter, weiser Mensch. Als Parlamentsabgeordneter des Obersten Sowjets beteiligte er sich aktivst an der Schaffung und Verabschiedung von vielen Gesetzen, darunter auch die Gesetze über den sozialen Schutz der Bürger, die von Folge der Tschernobyl- Katastrophe betroffen sind.

So lange dieses Gesetz wirkte, waren die Menschen richtig geschützt. Er war ein mutiger Mensch, ein Kämpfer. Aber er kämpfte immer „FÜR“. Für die Wahrheit, für die Gesundheit, für die Freiheit, für den Fortschritt. Gegen seine Krankheit kämpfte er auch sehr mutig, er blieb stark bis zur letzten Minute seines Lebens. 

Er war ein Stern, der auf der Erde in Minsk geboren wurde. Seine Wärme und sein Licht wärmten eine Million seiner Landsleute. Die Funken von diesem Stern flogen durch ganz Belarus und auch in die anderen Länder, und sie leuchten bis heute.

Gennadij Gruschewoj kam auch oft in unsere Stadt. Er interessierte sich für unsere Arbeit, er half uns, gab uns Anstöße zur Selbstständigkeit und Kreativität.

Sein irdisches Leben ist zu Ende gegangen. Die Sache, die er in den weit entfernten 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts begonnen hatte, ist aber nicht zu Ende. Dank seiner Bemühungen wird es niemanden mehr gelingen bei  Atomkatastrophen die Menschen zu betrügen. Die Betroffenen haben heute eine wissenschaftliche Basis, die den Schutz aller Menschen auf dem Planeten ermöglicht.

Wir verneigen uns vor seinem Lebenswerk und sprechen unsere aufrichtige Anteilnahme der Familie von Gennadij Gruschewoj aus. Wir trauern mit all denen, für die er lebte und arbeitete, denn wir alle sind auch ein Teil seiner Familie, seines Schicksals, unseres geliebten Belarus.

 

Kondolenzbuch zu PROF.DR. GENNADIJ GRUCHEWOJ

 
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